Quantcast
Channel: Waterbölles - Geschichte
Viewing all 2539 articles
Browse latest View live

Wochenrückblick vom 11. bis 17. Juni 2018

$
0
0

Chancen der historischen Brücken auf Welterbe-Status

$
0
0

„Weltkulturerbe: Brückenkongress in Portugal“, überschrieb der Waterbölles am 7. Juni die Pressemitteilung der Stadt Remscheid, dass die portugiesischen Nachbarstädte Porto und Vila Nova de Gaia vom 21. bis 23. Juni Gastgeber des zweiten internationalen Fachkongresses WORD HERITAGE CONGRESS zu den stählernen Großbogenbrücken des späten 19. Jahrhunderts seien, die es als Weltkulturerbe in den nächsten zehn bis 15 Jahren auf die renommierte UNESCO-Liste schaffen sollen: die Brücken Ponte Maria Pia und Ponte Dom Luis I. in Portugal, der Ponte San Michele in Italien, das Garabit-Viadukt in Frankreich und die Müngstener Brücke in Deutschland. Zu der bergischen Delegation, die inzwischen aus Porto frohen Mutes zurückgekehrt ist, gehörten Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Remscheids Technischer Beigeordneter Peter Heinze. Denn nach ihren intensiven Gesprächen in der portugiesischen Hafenstadt, darunter auch der portugiesische Premierminister António Costa und Kulturminister Luis Filipe Castro Mendes, sehen sie die Welterbe-Bewerbung auf einem guten Weg. „Der Premier ist beeindruckt von der Idee und der partnerschaftlichen internationalen Energie, die in dieser gemeinsamen Bewerbung steckt“, freut sich Tim Kurzbach. „Er will das Projekt sehr genau im Auge behalten. Wir nehmen aus Porto also zusätzlichen Rückenwind mit.“ Zumal Kulturminister Luis Filipe Castro Mendes den Bergischen zusagte, das Gespräch mit seiner deutschen Kollegin in Berlin suchen und so für das Projekt eintreten zu wollen.

Die Unterstützung der Portugiesen ist für einen Erfolg des Vorhabens unabdingbar. Denn über deren Tentativliste sollen die Müngstener Brücke und die anderen Bauwerke auf die Liste der UNESCO gelangen - in einer Art Huckepack-Verfahren. In Deutschland, Italien und Frankreich wären die Aussichten deutlich geringer. Denn deren Listen sind erst vor kurzem aktualisiert worden.

Zusätzlicher Rückenwind aus Porto auch deshalb, weil mit Portos Nachbarstadt Vila Nova de Gaia und Saint Flour in Frankreich jetzt auch die letzten verbliebenen Brücken-Kommunen der Bewerbung beigetreten. Eine weitere Brücke aus Albi in Frankreich soll hinzukommen. Und dass die Bahn-Gesellschaften aus Deutschland und Italien sich schriftlich bereiterklärt haben, das Welterbe-Vorhaben zu unterstützen, spornt Peter Heinze weiter an: „In den Tagen von Porto haben wir einen großartigen Spirit erlebt, der uns weitertragen wird. Ich freue mich jetzt schon auf den 3. Welterbe-Kongress im kommenden Jahr in Italien. Bis dahin werde ich mich überall in Remscheid für diese Bewerbung stark machen.“ Der Beitritt der französischen und portugiesischen Eisenbahn-Eigentümer gilt als nächster Schritt und ist als Ziel für das Jahr 2019 formuliert. Die Deutsche Bahn werde hierfür Dampf machen, wurde mit der Unterschrift von Porto angekündigt.

Aber auch die beteiligten Kommunen wollen auf der Arbeitsebene das Tempo ankurbeln. In Porto wurde vereinbart, dass Solingen jetzt dafür die Federführung übernimmt und im engen Austausch mit den Partnern in den kommenden Monaten die Organisationsstruktur aufgebaut. Für Herbst wurde bereits ein Treffen in Solingen vereinbart.

Bis zum dritten Welterbe-Kongress 2019 in Italien sollen auch die beiden Bahn-Gesellschaften Frankreichs und Portugals ins Boot geholt worden sein. Ein weiteres Ziel der Bergischen ist der Aufbau eines internationalen Netzwerks, bestehend aus Experten, die von der Bedeutung der herausragenden Eisenbahn-Brücken überzeugt sind. Beim Bau dieser Brücken hätten sich die Erbauer noch als Konkurrenten gefühlt („Schneller, weiter höher!“), sagte Peter Heinze gestern im Gespräch mit dem Waterbölles. Zugleich aber hätten sie voneinander gelernt. Denn der technische Standard dieser nach einander entstandenen sei von Mal zu Mal besser geworden. Nunmehr könnten die Brücken aus den beteiligten Kommunen „eine Gemeinschaft in europäischem Geist  schmieden“. Daraus könnten durchaus eines Tages auch Städtepartnerschaften entstehen, meinte der Baudezernent. Vorab jedenfalls Experten-Workshops zu städtebaulichen und/oder verkehrsplanerischen Fragestellungen. Konkretes Beispiel: Wie lässt sich die Umgebung der historischen Brücken für Touristen so gestalten, dass sie diese nicht nur auf der Talsohle, sondern auch in der Höhe gut erreichen können.

Auf der Tagung in Porto oblag es Peter Heinz, die Müngstener Bücke näher vorzustellen, „ ein technisches Meisterwerk der Baupioniere“, wie er betonte. Mit 107 Metern ist sie immer noch die höchstgelegene Eisenbahnbrücke Deutschlands, und während der Bauzeit hatte die Stahlbogenkonstruktion die größte Spannweite (170 m). Der Brückenschlag zwischen Remscheid und Solingen war damals vor allem von den Remscheider Unternehmerschaft gefordert worden. Die neue Eisenbahnstrecke ersparte einen 44 Kilometer langen Transportweg und verkürzt die Reisedistanz auf acht Kilometer. Peter Heinze: „Bis heute ist die Brücke eine direkte Verbindung von Remscheid zum Rheingebiet einschließlich Duisburg oder Rotterdam Hafen - und schließlich ist sie eine Verbindung zur Welt, eine Schlüsselinfrastruktur für die Entwicklung der Industrieregion "Bergisches Städtedreieck" Solingen - Remscheid - Wuppertal“ mit exportorientierten, metallverarbeitenden Industrie.“ Zugleich sei sie aber auch ein authentisches Wahrzeichen, das die Leistungen der Pioniere der Stahlbreitbogenbrücken Ende des 19. Jahrhunderts. In den zurückliegenden 120 Jahren sei die Müngstener Brücke für die neuesten Standards des öffentlichen und industriellen Eisenbahntransports ohne tiefgreifende

Und zum Werbekulturerbe-Projekt sagte Heinze in Porto: „Die einzige Brücke, die zum Weltkulturerbe gehört, ist die Coalbrookdale-Brücke, die etwa hundert Jahre früher als unsere Brücken auf Gusseisenbasis gebaut wurde. Daher glauben wir, dass unser gemeinsames Projekt eines seriellen, transnationalen Welterbes gute Chancen haben wird, in die Welterbeliste aufgenommen zu werden, zumal die Kategorie des industriellen und kulturellen Erbes auf der Liste unterrepräsentiert ist. Es wird ein langer Weg sein - aber ich bin mir sicher, dass es für diese große Bogenbrücken des 19. Jahrhunderts in Europa ein würdiger Weg sein wird“

Juni 2008: Der Waterbölles blättert zurück

$
0
0

Mit einer Spende von 8000 Euro unterstützte der Lions Club Remscheid vor zehn Jahren die Arbeit der Ärztlichen Beratungsstelle Bergisch Land e.V., die sich um misshandelte und vernachlässigte Kinder kümmert. Das Geld stammt aus dem Erlös des Bücherbasars, den der Lions Club alljährlich im Allee-Center veranstaltet. Die Ärztliche Beratungsstelle Bergisch Land e.V. am Sana Klinikum Remscheid wurde 1989 durch die Initiative einiger Kinderärzte des Klinikums Remscheid gegründet.  Inzwischen stellt die Ärztliche Beratungsstelle einen wesentlichen Bestandteil des medizinischen und psychosozialen Beratungs- und Therapieangebotes für von Gewalt betroffenen Kindern und Jugendlichen dar.

Muslimische Beerdigungsrituale waren im Juni 2008 Thema in einer gemeinsamen Sitzung des Migrationsausschusses und des Kulturausschusses. Referent war Dr. Thomas Lemmen vom Erzbistum Köln, katholischer Theologe und Islamwissenschaftler, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Gesellschaft. Er warb für Toleranz und klärte die Ausschussmitglieder darüber auf, dass Muslimen in der Regel ohne Sarg beerdigt werden, eingehüllt in Tücher. Auch gehöre es zum Beerdigungsritual, dass die Männer den Leichnam zum Grab tragen, nachdem vor der Moschee die Totengebete gesprochen worden sind. , dass sie das Grab selbst ausheben und auch wieder zuschütten. Hintergrund: Eine Trauerfeier auf dem Parkplatz vor dem Muslimischen Kulturzentrum des „Verbandes der Islamischen Kulturzentren“ (VIKZ),  Kremenholler Straße 24 und 26, hatte Passanten irritiert.

Vor zehn Jahren beantragte die Fraktion der Grünen im Ausschuss für Schule und Bildung Einrichtung einer Sekundarschule. Diese wäre für 200 Schüler/innen eine Chance. Denn: „Jahr für Jahr werden fast 200 Schülerinnen und Schüler von den beiden Gesamtschulen abgewiesen. In der Regel handelt es sich dabei um solche, die eine Haupt- oder allenfalls eine Realschulempfehlung haben.“

Foto: Lothar Kaiser Vor zehn Jahren erfreute sich der monatliche „Presseclub“ in der „Denkerschmette“ noch eines großen Interesses der Bürgerinnen und Bürger. Im Juni 2008 war die aktuelle Frage "Sind Politik und Verwaltung noch handlungsfähig oder versinkt Remscheid im Chaos?" Denn damals war die Abwahl von Stadtdirektor Jürgen Müller und die Abberufung des Leiters des Rechnungsprüfungsamtes, Karl Bernhard Wiedenhoff, in der Stadt das politische Thema Nr. 1. Und der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende Karl Heinz Humpert erklärte,  dass es im Remscheider Rathaus „gute und qualifizierte Leute gibt“. Das Kernproblem seien jedoch „festgefahrene, verkrustete Strukturen“, die es aufzubrechen gelte. Man bedenke: „Remscheid ist die kleinste Großstadt in Nordrhein-Westfalen, hat aber eine unbestritten große Verwaltung!“ Wobei die Frage unausgesprochen blieb, warum es Rat und Verwaltungsspitze über Jahre hinweg nicht gelungen war, den dringend notwendigen Personalabbau spürbar voranzutreiben.

Die LEG-Wohnungen in Klausen seien einer Heuschrecke zum Fraß vorgeworfen worden, kritisierten vor zehn Jahren der wohnungsbaupolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, Horst Becker, den damaligen Verkauf der LEG-Wohnungen an den Immobilienfonds der amerikanischen Investmentbank Goldmann-Sachs und warf Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) vor, „die Gewinnmaximierung für den Landeshaushalt eiskalt über den Mieterschutz für 300.000 Menschen“ zu stellen. Besorgt äußerte sich damals auch Beatrice Schlieper von den Remscheider Grünen: „Verantwortung für die negativen Folgen tragen auch die CDU und FDP im Rat der Stadt Remscheid, die sich nicht für die Mieterinnen und Mieter engagiert haben.“

Viola Juric. Foto: Lothar KaiserEin 'Eigengewächs' für die Pressearbeit der Stadt Remscheid stellte Oberbürgermeisterin Beate Wilding vor zehn Jahren in einer Pressekonferenz als vor: die Diplom-Verwaltungswirtin Viola Juric. Bis dahin war sie neun Jahre lang in der Wohnberatungsstelle und in der Alten- und Behindertenberatung tätig, zuletzt teilweise auch in der Heimaufsicht.

Seit dem 1. Januar 2002 erhielten Arbeitslose von der Stadt Remscheid so genannte Bildungsgutscheine im Wert von 50 Euro, die den Besuch eines vollständigen VHS-Kurses nach freier Wahl ermöglichen. Wie VHS-Verwaltungsleiter Frank Schulz im Juni 2008 im Finanzausschuss berichtete, seien auch Mal- und Bautanzkurse und nicht nur Kurse aus den Bereichen Arbeit/Beruf/Fremdsprachen mit den Gutscheinen besucht worden. Beschlossen wurde daraufhin vom Rat der Stadt eine neue Entgeltordnung der VHS, wonach der Bildungsgutschein nur noch für VHS-Kurse verwendet werden durfte, die der beruflichen Weiterbildung dienten.

Foto: Lothar KaiserAuch das letzte Brückenteil für den neuen Remscheider Hauptbahnhof kam vor zehn Jahren, und damit war der „Südsteg“ fertig, die Fußgängerbrücke, die seitdem den Bahnhofsvorplatz mit dem neuen Einkaufszentrum "Kaufland" verbindet. Freigegeben wird sie übrigens erst 2009.

Vor zehn Jahren wählte die Landschaftsversammlung den bisherigen Leiter des Zentraldienstes "Personal und Organisation" der Stadt Remscheid, Frank vom Scheidt, zum  Landesrat  des Dezernates "Personal, Organisation" beim Landschaftsverband Rheinland. gewählt.  Sein Amt als Parteivorsitzender der Remscheider Grünen gab Frank vom Scheid damals nicht auf – und hat es auch heute noch inne.

„Für eine Umgestaltung muss fleißig gespart werden“, hieß es vor zehn Jahren auf Hasten. Gemeint war der Richard-Lindenberg-Platz auf Feld. Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein stelle damals den Mitgliedern der Bezirksvertretung Alt-Remscheid in Anwesenheit von Dieter Orth, Vorsitzender des Hastener Verkehrsvereins, und Gerhard Röttger, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Hasten e.V.,  die Planskizzen vor, die die Bürgerinitiative bei drei Architekten in Auftrag gegeben und anschließend interessierten Hastener Bürgern vorgestellt hatte. Diese hatten sich dann für den Planentwurf entschieden, der dem nebenstehende Plan recht nahe kommt, der den dreieckigen Platz mit Bäumen und einer Pergola vorsah. Die Baukosten bezifferte der Stadtplaner mit 450.000 bis 500.000 Euro. In dieser Größenordnung fanden sich dann in Remscheid keine Sponsoren. Und das sieht man dem Platz auch an.

Foto: Jürgen BreidenbachVerpackt wie von Christo präsentierte sich im Juni 2008 das Rathaus Lüttringhausen. In Vorbereitung auf seine 100–Jahrfeier erfuhr das historische Gebäude damals hinter Bauplanen einer gründlichen Fassadensanierung

Vor zehn Jahren wurde die kleine Westtangente in Lennep Robert Schumacher gewidmet. „Robert Schumacher war überzeugter Sozialdemokrat und mit Sicherheit kein Politiker der Beliebigkeit. Er vertrat seine Meinung und seinen Standpunkt mit einer klaren und verständlichen Sprache. Doch zu seinem Wesen gehörte auch die Suche nach dem Konsens, ohne den eine demokratische Gesellschaft und erst recht eine Gemeinde - nicht dauerhaft überleben kann. Beides brachte ihm Respekt und Anerkennung ein“, sagte damals Oberbürgermeisterin Beate Wilding im Deutschen Röntgen-Museum. Im Anschluss an die Feierstunde enthüllte die Witwe des früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten (13. Januar 1936 - 14. Januar 1995) am Bahnhof Lennep das erste Straßenschild mit seinem Namen: Am 17. Oktober 2007 hatte die Bezirksvertretung Lennep beschlossen, die Verbindungsstraße (kleine Westtangente) zwischen den Straßen "Am Bahnhof" und "Alte Kölner Straße") nach ihm zu benennen. Die von der Stadt Remscheid damals in pdf-Form herausgegebene Broschüre zum Leben und Wirken Robert Schumachers findet sich auch heute noch auf der städtischen Homepage.

Wochenrückblick vom 25. Juni bis 1. Juli 2018

$
0
0

 

Auf Erkundung mit einem Remscheider Stadtführer

$
0
0

Freitag, 6.Juli, 19 Uhr
Erlebnisführung – Nachtwächter
Mit dem Nachtwächter durch Lennep. Leitung: Lothar Vieler. Preis: fünf €. Treffpunkt: Deutsches Röntgen-Museum. Anmeldung: C. Holtschneider, Tel. RS 79 13 052.

Sonntag,  8.Juli, 14 Uhr
Talsperre Remscheid – rund ums Wasser
Wasser von oben und Wasser in den Tälern prägen die Landschaft und das Leben der Menschen unserer Region. Dort, wo einst mittelalterliche Hohlwege die Verbindung unserer Region nach Köln gewährleisteten, ging am Beginn des 20. Jahrhunderts  Deutschlands erste Trinkwassertalsperre in Betrieb. Auf dem Rundweg hilft Ihnen unser Stadtführer die Talsperre neu zu entdecken. Leitung: Lars Johann.  Preis: fünf €. Treffpunkt: Oberer Parkplatz Talsperre. Anmeldung: C. Holtschneider, Tel. RS 79 13 052.

Montag, 9. Juli, 18 Uhr
Remscheider Stadtgeschichte erleben
Kostenlose Tour mit Stadtführer Klaus R. Schmidt ab Honsberger Straße 4, Eingangstor des ehemaligen Stadtarchivs
Die Stadt Remscheid plant im Rahmen des Stadtumbaus das ehemalige Stadtarchiv an der Honsberger Straße 4 abzureißen. Dort soll zukünftig ein vielfältig gestalteter, grüner Quartiersplatz für alle Generationen entstehen. Der Quartiersplatz wird der Erneuerung der Stadtteile Stachelhausen und Honsberg einen starken Impuls verleihen. Vor dem Abriss sollen Interessierte noch einmal Gelegenheit dazu bekommen, den Ort vor seinem Wandel zu besichtigen. Stadtführer Klaus R. Schmidt führt um das Stadtarchiv herum und geht auf die Historie des Straßenbahndepots sowie die angrenzenden Flächen in Stachelhausen ein. Remscheider Geschichte wird erlebbar - seien Sie dabei! Raumplaner Peter Apel vom Fachbüro „Stadtkinder“ mit Sitz in Dortmund bzw. Stadtumbaumanagement Stachelhausen/Honsberg: „Die Teilnehmerzahl ist begrenzt! Anmeldung unter Tel. RS 20912 -77/-78 oder E-Mail Stadtumbau-rsh@stadt-kinder.de

"Auf Erkundung mit einem Remscheider Stadtführer" vollständig lesen

'Pferdestall' mit Gründungssatzung auf Weg zum e.V.

$
0
0

Um das Projekt „Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid“ voranzutreiben, hat sich am Mittwoch in Remscheid ein Trägerverein gegründet. Gestützt auf den erklärten Willens aller Fraktionen und Gruppen im Rat der Stadt, das Projekt zu unterstützen, „betrachtet es die Stadt Remscheid als unerlässlich, Gründungsmitglied des Vereins in Gründung zu werden“, hieß es in der gestrigen Ratssitzung in einer Beschlussvorlage, der der Rat zustimmte. Damit wurde ein entsprechender Dringlichkeitsentscheid gebilligt, den am 28. Juni Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Peter Nettekoven unterzeichnet hatten. Demzufolge ist die Stadt Remscheid Gründungsmitglied und wird künftig in der Mitgliederversammlung des Vereins durch den Oberbürgermeister vertreten.

Im Video Gründungs- und Vorstandsmitglieder des neuen Vereins: Francesco Pasquale Lo Pinto, Klaus Blumberg, Johannes Kessler (Geschichtsverein), Nick Jannis Schmeißer, der evangelische Superintendent Hartmut Demski Dechant Thomas Kaster, Stephanie Licciardi, Leonid Goldberg, der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal, Johann Max Franzen und Hans Heinz Schumacher.

Satzung und Vorstands des Vereins stellte gestern im großen Sitzungsaal des Rathauses eine Stunde vor Beginn der Ratssitzung EMA-Schulleiter a.D. Hans Heinz Schumacher als tags zuvor Vorsitzender vor. Und die Pressevertreter waren Zeuge, wie Stadtdirektor Sven Wiertz in Vertretung des erkrankten OB, der katholische Dechant Thomas Kaster, der evangelische Superintendent Hartmut Demski und Leonid Goldberg, der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal, ihre Unterschriften unter die Gründungssatzung des neuen Vereins setzten.

 

Was bisher geschah

Der Verein soll der Erinnerungskultur im Sinne einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Remscheid dienen und im ehemaligen Pferdestall des Polizeikomplexes am Quimperplatz das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, an ihr Leiden und Sterben durch Verfolgung und Inhaftierung, pflegen und das Lernen aus der Geschichte am historischen Ort ermöglichen. Anlässlich der Progromnacht in Deutschland vor 80 Jahren plant der Verein für den 10. November eine weiterte Ausstellung in der künftigen Gedenkstätte.

Der Vorstand besteht neben Hans Heinz Schumacher aus den EMA-Schülern Francesco Pasquale Lo Pinto und Nick Jannis Schmeißer ( beide stellvertretende Vorsitzende), Klaus Blumberg (Schatzmeister), der früheren EMA-Schülerin und heutigen Journalistin Stephanie Licciardi (Schriftführerin) und den Beisitzer Roya Banaeian, Mirjam Geiler, Tina Horky, Tabea Imig, Hauke, Michael Müller, Marko Röhrig, Theodora Tu und EMA-Schulleiter Olaf Wiegand.

Juristische Mitglieder des Vereins sind: Bergischer Geschichtsverein Abteilung Remscheid, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Remscheid, Evangelischer Kirchenkreis Lennep, DGB-Stadtverband Remscheid, Geschichts-AG des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, IG Metall Remscheid-Solingen, Jüdische Kultusgemeinde Wuppertal, Katholisches Stadtdekanat, und die VVN/BdA Kreisverband Remscheid (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten).

Der Mitgliedbeitrag: Ordentliche Mitglieder zahlen zwölf Euro im Jahr, juristische Personen 20 Euro im Jahr und Schüler, Studenten etc. drei Euro im Jahr.

Wochenrückblick vom 2. bis 8. Juli 2018

$
0
0

Die 1950-er in RS: Schießbuden waren verboten

$
0
0

Vorstand und Team der Remscheider Freiwilligenzentrale 'Die Brücke'. Foto: Lothar KaiserEs ist in Remscheid wie überall im Lande: Die Bürger wollen die Schrecken des Zweiten Weltkrieges vergessen. Sie wollen endlich wieder fröhlich sein. Also strömen sie in Scharen zur traditionellen Kirmes, als der Rem-scheider Schützenverein 1950 wieder sein großes Schützenfest feiert. Die Fahrgeschäfte dieser Tage sind nicht aufregend oder gar atemberaubend. Zeppelingondeln, die sich ein paar Meter in die Lüfte erheben, sind schon eine Sensation. Auch auf der Achterbahn geht es eher gemächlich zu (Waterbölles: Und der Hut bleibt auf dem Kopf) -  ge­nau wie auf dem Autoscooter. Wie zu allen Zeiten gehört die Losbude zu den Attraktionen. Die kleinen Kerle davor scheinen eher zaghaft zu sein. Nur die Schießbude, die hätte man damals vergeblich gesucht. Sie war verboten. (aus: „Remscheid. Bewegte Zeiten – Die 50er Jahre“, von Alfred Lambeck,Text und Fotos, erschienen 1999 im Wartberg-Verlag)


Neun neue Museumsprofis bekamen ihre Diplome

$
0
0

Foto: Lothar Kaiser

Die neuen Mitglieder des „Mini-Clubs junger Museumsprofis“ im Deutschen Röntgen-Museum in Remscheid-Lennep haben gestern Nachmittag ihre Abschlussdiplome bekommen  und können sich künftig „Museumsprofis“ nennen. Als solche führten sie sodann – ein wenig aufgeregt ob dieser Premiere – ihre Familien und Freunde durch das Museum. Der Waterbölles bekam eine Sonderführung von Vivien Pilarski und Lea Meyer.

Die neuen „Museumsprofis“ Vivien Pilarski und Lea Meyer führten gestern durch das Deutsche Röntgen-Museum. Birgit Dömling (Foto) hatte die insgesamt neun Jungen und Mädchenauf ihre künftige Aufgabe vorbereitet.

Die neun Kinder zwischen neun und zehn Jahren trafen sich ein knappes Jahr lang einmal die Woche im Deutschen Röntgen-Museum mit Birgit Dömling, um mehr über die faszinierende Welt der Röntgenstrahlen und ihres Entdeckers Wilhelm Conrad Röntgen zu erfahren und zu lernen, wie sie selber spannende Führungen durch das Museum machen können. Sie lernten, wie Birgit Dömling (Foto) im Video berichtet, unterschiedlichste Themen eigenständig zu erarbeiten, bekamen einen Eindruck davon, wie Wissenschaftler an Probleme herangehen und sie lösen können, und stärkten ganz nebenbei ihr Selbstbewusstsein.

Der Sinn einer Museumsführung von Kindern für Kinder, so das Konzept des Röntgen-Museums, ist eine Führung auf Augenhöhe: Kinder haben einen ganz anderen Blick auf verschiedene Themen als Erwachsene, sprechen die gleiche Sprache wie ihre Altersgenossen und wissen, was diese wirklich interessiert.

Museumsführungen von Kindern für Kinder finden regelmäßig im Röntgen-Museum jeden ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr statt. Auch Privatgruppen, Feriengruppen oder OGS-Gruppen von maximal zwölf Kindern können diese Veranstaltung buchen. Ab Herbst 2018 stehen die neuen jungen Museumsprofis bereit und freuen sich auf Ihren Besuch. Buchungen nimmt das Deutschen Röntgen-Museum unter Tel. 02191 -16 - 3384 oder E-Mail info@roentgenmuseum.de">info@roentgenmuseum.de entgegen.

Die 1950-er in RS: Das waren sehr bewegte Zeiten

$
0
0

Der Schutt ist weggeräumt. Geblieben sind bis weit in die 50er Jahre hinein die Ruinen der typischen Gründerzeithäuser mit ihren gespenstisch leeren Fensterhöhlen, die es in Remscheid an jeder Ecke gab. Der nächtliche Gang durch solche Straßenzüge war nichts für zartbesaitete Gemüter.Remscheid erlebte in den 1950-er Jahren bewegte Zeiten - bewegte und be­wegende Jahre. Die lähmende Starre nach dem alles mit sich reißenden Untergang des Regimes, des Reiches, einer ganzen Epoche begann sich zu lösen. Die Straßen, gesäumt von zerbombten, ausgeglühten Ruinen, waren frei geräumt von den Trümmerbergen. Erste bescheidene Neubau­ten, eingeschossig, mit materialsparenden flachen Dächern wurden er­richtet - von den Bürgern begrüßt als Zeichen des Neubeginns, verstan­den als Zeichen der Ermutigung. Es waren - längst vergessen - die Jahre der sehnsüchtig erwarteten Sonderzüge, die ausgemergelte Kriegsgefan­gene aus Russland zurück in ihre Heimat brachten, die Tage des glückli­chen Wiedersehens und der neuen Tragödien, denen Borchert mit „Draußen vor der Tür" Ausdruck gegeben hatte.

Schneller als der materielle Wiederaufbau, der das ganze Jahrzehnt präg­te, begann die Erneuerung des kulturellen Lebens, die Wiederentdeckung jener internationalen Vielfalt, die von 1933 bis 1945 gnadenlos konse­quent unterdrückt war. Jede Begegnung mit den Dramen von Thornton Wilder, Tennessee Williams, Jean Paul Sartre oder Jean Anouilh, Wolf­gang Borchert und Carl Zuckmayer, gespielt auf Behelfsbühnen in zufäl­lig erhalten gebliebenen Schulaulen, wurde zum Ereignis - erlebt mit ei­ner Intensität, die sich 60 Jahre später kaum noch nachvollziehen lässt. Werner Bergengruens Lesung in der Evangelischen Kulturgemeinde, Vor­träge im Remscheider Kunstverein - das alles fand eine später nie wieder erreichte Aufmerksamkeit - trotz oder gerade wegen aller Existenz- und Zukunftssorgen, trotz der unglaublichen Härte des täglichen Lebens unter oft primitivsten Bedingungen.

Der verheerende Luftangriff auf Remscheid mit der tödlichen Mischung von schweren Sprengbomben, Luftminen, Brandbomben und Phosphor­kanistern hatte in der Nacht zum 31. Juli 1943 eine breite Schneise der Vernichtung durch das Stadtzentrum gezogen. Die westlichen Wohnge­biete, zum Stadtpark hin und in den weit verstreuten Außenbezirken blie­ben ebenso wie die schönen historischen Stadtkerne von Lennep und Lüt­tringhausen zum großen Teil unversehrt.

Im Zentrum der Stadt, rings um die evangelische Stadtkirche, ste¬hen in den frühen Nachkriegsjahren nur ausgebrannte Ruinen wie hier am alten Marktplatz. In den Erdgeschossen haben Ladengeschäfte notdürfti¬ge Unterkunft gefunden. Links, zur Blumenstraße hin, ist ein erster zwei¬geschossiger Ladenneubau entstanden.Remscheid wurde vom Zweiten Weltkrieg dreifach getroffen. Das Zen­trum der Stadt sank in Schutt und Asche. Die Bevölkerung zahlte einen ungeheuren Blutzoll - beim Luftangriff und auf den Schlachtfeldern. Und - das sollte sich vor allem noch viele Jahre nach der totalen Niederlage, die dem totalen Krieg folgte, zeigen - Remscheid verlor das weltumspannende Netz seiner Exportverbindungen, das ihm den Namen „See­stadt auf dem Berge" eingetragen hatte. Nicht nur die Remscheider Werk­zeugindustrie war in hohem Maße exportorientiert und musste nun erle­ben, wie die alten Beziehungen abgeschnitten waren. Mehr noch galt das für die großen Exporthäuser, die einst ihre Geschäfte über eigene Nieder­lassungen in Fernost und in Russland, in Lateinamerika und in Nordame­rika betrieben hatten und nun in der Stunde Null neu beginnen - oder auf­geben mussten.

Es hat deshalb sehr lange gedauert, bis die Industrie wieder auf die Beine kam, obwohl sie früh, sehr früh begann, alte Verbindungen neu zu knüp­fen, neue Geschäftsbeziehungen anzubahnen. Die Exportmessen in Han­nover boten dazu hervorragende Möglichkeiten. Remscheid war dort außerordentlich stark vertreten. Und jeder Auftrag bedeutete ein Stück Zukunft. So mühsam wie der Wiederbeginn des industriellen Auf­schwungs, so dauerhaft wie das bedrückend hohe Niveau der Arbeitslo­sigkeit in den frühen Nachkriegsjahren, so schwierig gestaltete sich auch der Wiederaufbau der Stadt. Dennoch: es waren auch und in immer stärkerem Maße die Jahre des Auf­bruchs, des langsam wiederkehrenden Glaubens an die Zukunft, des neu­en unternehmerischen Muts. In den 50er Jahren ist jeder neue Wohnblock, jede wiederhergestellte Hausruine, jedes neue Geschäftshaus an der Al­leestraße oder am Markt ein Ereignis, aus dem die Bürger Kraft schöpfen für den nächsten Schritt. Neue Werkshallen entstehen, manche großen Projekte - sehr zum Ärger von Rat und Verwaltung - außerhalb der eige­nen Stadtgrenzen. Standortpolitik wird zu einem neuen Begriff, dessen Inhalte mühsam erlernt werden müssen.

Viele Gebäude der Innenstadt wie hier an der Scheider Straße brannten beim großen Luftangriff auf Remscheid völlig aus. Ihre Mauerwerkssubstanz aber war stabil genug für einen Wiederaufbau. So entstand an vielen Stellen der Stadt schnell neuer Wohn- und Geschäftsraum. In das untere Ladenlokal zogen später die Grünen ein.Noch bevor von der Normalisierung der Lebensumstände die Rede sein kann, versuchen die Menschen, die Grauen des Krieges zu vergessen, sich von ihren traumatischen Erlebnissen zu befreien. Die Remscheider Kir­mes, schon immer ein klassenloses Volksfest, zieht schon 1950 wieder Besucher zu Tausenden an. Große Chorfeste der bergischen Männerge­sangvereine, mit denen Traditionen neu belebt werden, das Kreisturnfest, das Lenneps alte Kreisstadtfunktionen noch einmal für Tage lebendig werden lässt, das große Reit-, Spring- und Fahrturnier in Lennep, das sich zum großen Volksfest mit 15.000 Zuschauern entwickelt - es werden vie­le Feste gefeiert in dieser Zeit. Und nicht wenige wurzeln in Vorkriegs­traditionen, von denen man sich erst sehr viel später lösen kann.

Kaum hat die „Kleiderkarte" zum rationierten Bezug von Kleidungs­stücken ausgedient, wird die Mode wieder zum Thema der Damenwelt. Modenschauen erfreuen sich lebhaften Zuspruchs. Jedes Modell wird ge­feiert, so bieder und „tragbar" es auch sein mag - sei es in den Räumen der wiedererstandenen Textilhäuser, sei es im Stadtpark, wo strahlender Sonnenschein und flotter Jazz für die richtige Stimmung sorgen. Der Warenhunger ist ungeheuer groß. Jedermann braucht neuen Hausrat, neue Möbel, neue Leuchten und Wohntextilien. Es ist die Zeit der Ver­braucherausstellungen in großen Zelthallen, auf dem Schützenplatz in Remscheid, im Stadiongelände von Lennep, wo eine Landwirtschafts­ausstellung vor allem die Menschen aus dem bäuerlich geprägten Umland anlockt. Motorroller, Kabinenroller mit berühmten Namen wie Messer­schmitt, Heinkel und die BMW-Isetta, die berühmte „Knutschkugel", sind die Fortbewegungsmittel auf den Kopfsteinpflasterstraßen der Stadt. Goggomobil und NSU-Prinz läuten zusammen mit Goliath aus Bremen und dem Volkswagen jene Welle der Motorisierung ein, deren künftige Dimensionen sich noch niemand vorstellen kann. Allenthalben schießen die Autohäuser aus dem Boden - und die Tankstellen mit ihren zeittypi­schen, kühn konstruierten dünnen Stahlbetondächern.

Mit dem Verkehr, der lange noch Züge der Beschaulichkeit zeigt, aber doch stetig und zum Ende des Jahrzehnts lawinenartig zunimmt, wachsen die Verkehrsprobleme. Die Behörden reagieren. An wichtigen Kreuzun­gen wie am Amtsgericht oder an der Ecke Nordstraße/Bismarckstraße/ Freiheitstraße, auch an der Trecknase in Lennep, werden Verkehrsampeln installiert. Eine verstärkte Verkehrsüberwachung setzt ein, und die Polizei beginnt, Schülerlotsen auszubilden - mit großem Erfolg, denn die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern sinkt deutlich.

1949 wurde an der oberen Alleestraße mit dem Bau des so genannten Stadthofs begonnen (im Bild die Ecke Scharffstraße). Auch eine Milchbar zog dort ein und erfreute sich großer Beliebtheit.Die Erholung der Wirtschaft macht Mitte der 1950-er Jahre spür- und sicht­bare Fortschritte. Ludwig Erhards „Wirtschaftswunder", die Befreiung von der Plan- und Mangelwirtschaft, beginnt Wirkung zu zeigen. Beim Remscheider Arbeitsamt werden die Schlangen der Arbeitslosen immer kleiner. Die Remscheider entdecken ihre Reiselust wieder; die Reisebüros bekommen Konjunktur. Der Stadtkämmerer sieht das Gewerbesteuerauf­kommen wachsen. Immer mehr große Infrastrukturmaßnahmen können finanziert werden. So ist endlich Geld vorhanden, um ein neues Stadt­theater an der damaligen Villenstraße, der heutigen Konrad-Adenauer-Straße, zu errichten, das im Herbst 1954 glanzvoll eröffnet wird. Die Städtische Badeanstalt an der Freiheitstraße wird größer und schöner als zuvor wieder aufgebaut. Schulen wie die große Daniel-Schürmann-Schu­le, Kindergärten, Freibäder wie das Sonnenbad am Lüttringhausener Hal­lenbad entstehen neu oder werden gründlich überholt. Das Röntgenmuseum in Lennep bekommt einen großen Anbau.

Aber auch gegen Ende der 1950-er Jahre ist der Wiederaufbau nicht abgeschlossen. Noch immer klaffen Lücken in der Bebauung. Noch immer steht der Wohnungsbau vor großen Aufgaben. Doch das Lebensgefühl der Bürger hat sich in diesen zehn Jahren ebenso gründlich gewandelt wie das Bild der Innenstadt, der Wirtschaft, der Kultur, der Freizeit. (…) Rauchgeschwärzte Trümmer hinter rosti­gen Toren, der ausgeglühte Mauerstumpf des einst stolzen Rathausturms als Sym­bol der Zerstörung im Hintergrund -über weiten Teilen der Innenstadt (wie oben rechts im Bild an der Elberfelder Straße) liegt noch nach vielen Jahren ein Hauch der Trauer und Melancholie. Letztlich aber siegt in den 50er Jahren der Aufbauwille. (aus: „Remscheid. Bewegte Zeiten – Die 50er Jahre“, von Alfred Lambeck (Text und Fotos), erschienen 1999 im Wartberg-Verlag)

Als sich die Kirmesvögel auf dem "Schöttenfeild" trafen

$
0
0

Der Rathausplatz vor 1900. Damals hieß er noch ‚Schöttenfeild' (Schützenfeld). Links  die Schüttenhalle, im Hintergrund Remscheids erster Wasserturm. Vom Rathaus noch keine Spur.

von Gustav Hermann Halbach

„Nu haffe hell wi'e Kermße em Dorpe", sait derr aul Sti'enmetz Luddewig förr mech on goof sech van früöher an et Vertällen. „Em Dorpe?" verbessernden he sech tereck drop, „ne, dat stemmt jo alt lang nit mi'eh, dat seet märr äwwer emmer noch su ut auler Gewännde. Em Holschedsberg es jetzonger derr Kormel. Doch loffe rechteg noch es van derr Kermßen em Dorpe on om aulen Schöttenfeild newer derr aulen Schöttenhall kauen! Su verschiedene achzeg Jöährker hann ech alt op miem Puckel - Remscheder Kermße mackt mech äwwer alle Kiehren wi'e jong äs'n Knuots en derr Klappenboxe. Dofür sinn ech doch'n aulen Schöttenbruor on Schöttenküönek.

Als die Kirmes noch auf dem Rathausplatz stattfand.Vier Houpsfeste goof et eckesch en mienen jongen Joahren em Remsched. Et woaren Pooschen, Pengßen, Chresdag on Kermße. Kermße woar äwwer enn reit Volksfest. Arm on riek deären do de ganzen Kermsdag duo gi'enen Schlag Arbet on li'eten ehr Penneker, Groschen on Daler sprengen. Uoch de Schuolblagen hären an denn Dagen Feregen. Ech wi'et noch guot, äs ech sälwer noch sonnen Dotz woar. Ai Dag vörr derr Kermßen kribbelnden us Pörken alt derr Steät vörr lutter Orouh. Do wuoden alt förr Stangkplätze van denn Partiewagen, Komi'edegen -, Wofelten- on Schnorrbuden de Grenzpöhl en de Eäd geschlagen. Et fong bim Schedd om Kerkenlangk aan - su hedden nämmlech dotemolen et Schöttenfeild noch. Dann gong et derr ganzen Alleestroten eraff bis noam Matt on huot i'esch en derr Bergderkaumper Stroten onger derr Kerken bim Stockder on Hesse op.

Et Kerkenlangk woar enn gruote Wi'es. Rongseröm stong Boschwerk on Gestrüpps. Et Feild woar gruot on doch woar et Kermße vörr lutter Komi'edegenwagen on Buden te kleng. On duo et ganze Dorp stongen reits on louts vam Wäg Bude an Bude. O, watt goof et. do förr us Blagengekrüös nit alles te senn! Do, wo nu et Rothus sti'eht, stong i'ehr de Schöttenhall, dat wett Ihr jo noch. De Matthall goof et äwwer noch nit. An ehrer Stellen schluog märr molls Bierzelte op. Et i'eschte gehuoden demm Schneiders Jusewa. Et woar tweistöckeg. Van bowenopen kuon märr de ganze Kermße üöwerkieken. Hie soten uoch fouf Mann Musik. Obber Bühnen ongenennen mackden Komiker on anger Komi'edigenvüögel löstige Brocken.

Am Engang vam Kerkenlangk goof et reits on louts je enn Wi'etschäp. Louts op derr Kangkten an derr Stellen van derr jetzegen Tapi'etenzentral woannden de Müöhnkaling - ehr Familegennam woar Pe'iseler - on do, wo jetzonger derr Adolf Schürmann sien Geschäft heet, derr Striebecks Pitter. Derr har enn gruoten Garen henger siener Wi'etschäp. De'ite dobie en derr Alleestroten har molls derr Lompen-Julius sing Schokkel opgebaut.

'Kirmesvögel' bringen sich für den Fotografen in Position...Van derr Müöhnkaling hedden et molls, dat se an denn Kermßdagen förret ganze Joahr genog verdennt här. On et wüöd gestemmt hann, denn der aul Bierbrouer Kipper kuon do van des Morges bis des Owes speet i'en Faat Bier noam angeren affli'eweren — sonnen Duosch hären de Remscheger op Remscheder Kermße. Derr aul Kipper woar domols bi us em Dorpe grad sonnen aangesi'ehen Mann äs jetzonger sien Jong,   derr C. W. Kipper. (…) Wenn ech denn su rösteg met siem gruoten Schlapphuot üöwer de Strotee kuomen senn, meng ech emmer,   us Bismarck em Sachsenbosch leefden   noch   -   demm guckte nämmlich obbet Hoar.

Oem et aul Matt eröm hätt et sech arg verängert.   Am Egang an derr Alleestroten har derr Dahls Weilern enn Schlaitere'i on Wi'etschäp.    Derr har es'n Eährenpoate ut lutter Fli'eschwüöschten gemackt on se üöwer de Strote van siem Huße noam angeren geenüöwer opgehangen. Su nett  appetitlech tum Aanbieten sog  se  ut,  eckesch kuon märr nit  därrbie.  Naits  äwwer mackden  sech  sonn  Stock  off saß  jong  Jongen  on  löstege Trabanten   denn  Spaß,   am  Dahl   siem   Huße   eropteklötern   on de   Eährenpoate   kaputteschnieden. De Wüöschte fi'elen op de Strote. Aes de Ströppe äwwer en de Wüöschte drenbi'eten, do mackden se enn lang Gese'ite: lutter Seegmehl hären se en ehiem Mongk.

Gong märr wieder öm et Matt eröm, dann kom märr noam aulen Duisbergs Albät.   An derr  Stellen   es   nu  de Buokhanglengk    vam    Kroumen    Hermann    (nöüerdengs    enn Schlaitere'i van Huckenbeck). Em Fri'edrech Kluthe siem Huße woar de Wi'etschäp vam Duisbergs Kaal,  on em Auwe'iler demm sienem an derr Kerken goof et noch  gätt te drenken bim Flanhardts Fennand  (dat Hus stong op demm nu fre'ien Pläck vörr derr Kerken).

Om   Matte   stong   emmer   derr   Pott   ut   Hüökeshoven   met  siener   Wofeltenbude.   Derr mackden sech alle Joahrsch reit früöh bi de Bahn on kom alt ai Dag vor derr Tiet met siem Komi'edegenwagen aangetrocken. Bim Stockder an der Kerken, wo speder Bald on Vater woannden, stong demm Hattkopp sien Partiewagen.  Denn  muoßen  vir Blagen  drehen  hölpen.   Dofür kuonen  vir  alt  es ömmesöß metfahren.   Newer demm Partiewagen hong annem Gestell enn decke Ohßenbier ut Huolt met'm Reng draanen.  Bim Fahren gri'ep märr donoh.  Kri'eg märr denn Reng te packen, dann har märr dofür i'emol fre'i Faht.

Die letzte Kirmes in der Innenstadt 1901.Kermssoterschdag kom der Sangk-Strühleng   op   siener   Kaaren   met   freschen Berken utten Böschen  aantefahren.  Die wuoden vörr de  Hüser gesatt, de Husdüren on  Fensteren met  grüönen  Riesern  bekrängst  on  Fahnen  erutgehangen. Owes gong et dann met derr Kermßen loaß. Met Kanonnendonner fong se aan.   Kanonnen hat märr wall geng hie, äwwer derr Schölten Weilern schuot Kattenköppe äff, on die deären et uoch. Dann woar gruoter Tappenstri'ek. Vörrop gongen derr Tambur Wiebosch on fouf Mann met Trommen.

Et Glanzstöck van derr Kermßen woar emmer derr Schöttentog met Miletärmusik. Denn wuol jedwedderi'ener  siehn.  De Lütt  stongen  an derr Stroten udder logen  en  ehren Fensteren on schmi'eten denn Schotten Bluomen eraff. Arg Staats sogen de Schotten en ehren netten Uneformen ut. Huot met gruotem wittern Federbosch on Rock woaren grüön, de Boxe schni'ewitt, de Boascht hären se voll Orden hangen, on enn Schärpe onnen langen Schleppzabel öm.

Wann der Tog om Schöttenfeild aangekuomen woar, dann   gong   et   Küöneksschi'eten loaß.  Derr Tambur  Wiebosch stong  de ganze Tiet  därrbie. Wann derr Vuogel eraffgeschoten woar, goofe sech düchteg annet Trommen. Om Feild woar ongertöschen et half Remsched bini'n, on gruot on kleng mackden sech gätt on woar äs uttem Hüsken. Ueöwerall woar et pennevoll äs ennem Fürdüösken: obben Partiewagen, em Zerkus, wo märr englesche Rütterei förr Saiden, em Köllschen Hännesken, bim Dierbändeger met sienen Löwen, Bären, Apen on Si'eschlangen, bim Hauenden Lukas on annen Wofelten-, Berliner Ballen- on Kremersdibuden. Sackluopen wuoden gedonn on am Klemmbuom eropgeklötert. Uoch goof et molls alle Joahrsch enn gruoten Koump met Woarbeltenzoppe. Do schmi'eten de Schotten enn Dalerstöck eren. Wecker et met siem Mongk erutkri'eg, derr kuon denn Daler behaulen. Sien Gese'ite sog jo dann allerdengs därrnoh ut, äwwer dat woar emm derr Dahler wert, onnen Wäschkoump met Water har märr bi derr Hangk, datte sech wie reng maken kuon.

Su mackden märr sech i'ehr gätt op derr Remscheder Kermßen. Do woar se noch nit su düer äs nu. Dat di'et hüdegesdaas de Technik met ehren Maschinen. Met Kofferlappen on Groschen kuon märr sech i'ehr gätt maken. Sonn Fluot van Le'it goof et domols vannen Petrolejumslöüten noch nit; üöwer de Dusenden van elektreschen Lampen wüöden sech de Aulen arg wongern on kranatendoll drenkieken. Su ängert sech äwwer alles metter Tiet, on werr wi'et, wie us Kermße noa wiederen fofzeg bis achzeg Joahren utsenn wüöd."„Do haat Ihr reit, Herr Sti'enmetz," sait ech. „Owes em Kormel es us Kermße äwwer emmer noch nett, on wann vir twei us en demm Menschenspell treffen süölen, dann fahren vir es tesamen op derr gruoten Aihterbahn."(aus: „Remscheider Bilderbogen“ von Max Eulenhöfer aus dem Jahre 1950)

Die 1950-er in RS: Kein Investor für ein Rathaus-Café

$
0
0

Fotos: Alfred Lambeck

Neun Jahre nach Kriegsen­de, 1954, ist der ausgeglühte Stumpf des Rathausturmes bis auf die intakte Sub­stanz abgetragen. Spekulationen bewe­gen die Gemüter. Ein Rathausturmcafe mit weitem Blick über Stadt und Land wäre doch eine tolle Sache, schreibt die lokale Presse. Aber daraus wird nichts. Es findet sich kein Investor. Wie der Turm ist auch das Rathaus selbst 1943 schwer beschädigt worden. Über dem prächtigen Hauptportal klafft eine riesige Lücke im Dach (kleines Bild unten). Auch hier beginnt der Wiederaufbau erst 1954 am Turm (kleines Bild oben). Vor­her hat das Geld gefehlt, und der Wohnungsbau hatte Vorrang.  (aus: „Remscheid. Bewegte Zeiten – Die 50er Jahre“, von Alfred Lambeck (Text und Fotos), erschienen 1999 im Wartberg-Verlag)

Wochenrückblick vom 9. bis 15. Juli 2018

$
0
0

An der Schulmauer genossen die Alten den "Platten Kaal"

$
0
0

Die alte Vereinsschule am Rathausplatz entging mehrfach dem Abriss.von Max Eulenhöfer

Man kann verstehen, dass sich die alte Vereinsschule (Foto rechts) in ihrem ärmlichen Kleid, den finsteren Räumen, mit ausgetretenen Treppenstufen und morschen Dielen im Schatten des „neuen Rathauses“ nicht mehr recht wohlfühlte. Sie hatte schon des Öfteren auf der Abbruchliste gestanden, aber erst 1934 schlug ihr letztes Stündlein. Dann räumte sie ihren Platz aber nicht etwa einer modernen Schule, sondern dem Bau der Städtischen Sparkasse und Stadtwerke. Generationen sind durch diese Schule gegangen. Nur der äußerst pfleglichen Behand­lung ihres letzten Schulleiters, Rektor Simon, verdankt sie die Überschreitung der Altersgrenze. Ich selbst stand als junger Lehrer noch einige Jahre auf ihren wackeligen Fußböden und plagte mich mit Kindern und rauchenden Öfen. Neben dem Schulgebäude lief als Grenze zur „Concordia“ eine Ziegelsteinmauer, und an manchem Tage nahmen hier im stillen Winkel biedere, alte Remscheider auf ihrem Morgenspaziergang in brüderlicher Einigkeit einen belebenden Schluck aus dem gemeinsamen  „Platten Kaal".

Töchterschule an der Schützenstraße im Hause des väterlichen Leiters Pfaffenbach um 1892 .1853 zählte Remscheid 13.500 Einwohner. In diesem Jahr entstand die erste „Privattöch­terschule“,die Schule der „höheren Töchter“. Allgemein war man von der Notwendigkeit, einer Erziehung der Mädchen in höheren Schulen noch nicht überzeugt. Schrieb doch Professor Schwarze, einer der führenden Pädagogen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in seinen „Grundsätzen der Töchtererziehung für die Gebildeten": „. . . unter der gebildeten Klasse herrscht die Meinung, dass öffentliche Schulen der weiblichen Natur nicht zuträglich seien, und dass schon durch das alltägliche Hin- und Hergehen der Mädchen auf der Straße das Gefühl für  Sittsamkeit geschwächt werde ..." Als erstes Schullokal mietete man im Korff'schen Hause an der Elberfelder Straße (heute Nr. 4) ein Zimmer, das durch eine dünne Bretterwand in zwei kleine Räume ge­teilt wurde. Für Miete, Heizung und Reinigung wurden jährlich 90 Taler entrichtet. Diese Schule zählte 14 Schülerinnen.

Städtisches Lyzeum - Oberlyzeum – Frauenoberschule.Im Jahre 1861 erhielt die Anstalt ein geräumigeres Haus an der Ecke Elberfelder- und Mittelstraße. 1872 entstand an der Ecke Schützen- und Hochstraße das bekannte Pfaffenbach'sche Schulgebäude. 1885 wurde die Privatschule zur „Städtischen Höheren Töchterschule". Die Stadtverordneten waren jedoch auch jetzt noch nicht einstimmig von den neuen Erziehungsmethoden überzeugt. Ein Stadtvater brachte das in einer Sitzung deutlich zum Ausdruck, indem er meinte: „De Fraulütt hüören an dän Zoppenpott!"

Bei der Übernahme durch die Stadt zählte die Töchterschule (ohne Vorschule) 92 Schülerinnen. Ostern 1892 war die Zahl bereits auf 151 angewachsen, so dass die Räume im Pfaffenbach'schen Hause (Foto links)  sich als unzureichend erwiesen. Im Herbst desselben Jahres beschloss daher das Stadtverordnetenkollegium einen Neubau an der Bauluststraße (Stuttgarter Straße), und am 2. März 1893 konnte bereits die Einweihung des neuen Schulgebäudes erfolgen (Foto rechts). (nach: „Remscheider Bilderbogen“ von Max Eulenhöfer aus dem Jahre 1950)

Die 1950-er in RS: Die neue Bismarckstraße entsteht

$
0
0

Großflächige Zerstörungen im alten Remscheider Stadtkern ermöglichten an einigen Stellen eine völ­lig neue Straßen- und Verkehrsführung. An die Stelle der alten, extrem steilen Bismarckstraße, jetzt „Alte Bismarckstraße" (übrigens mit der stärksten Steigung, die je eine Straßenbahn ohne Zahnradantrieb befuhr), trat in den 1950-er Jah­ren die neue Bismarckstraße (Foto rechts) mit einer moderaten Steigung in eleganter Kurvenführung. Im Bild sind die Bord­steine der Bürgersteige sind bereits gesetzt, Straßendecke und Straßenbahnschienen fehlen noch. Foto links: Die Straßenbauarbeiten asm Markt; im Hintergrund die Suitbertus-Kirche.  (aus: „Remscheid. Bewegte Zeiten – Die 50er Jahre“, von Alfred Lambeck (Text und Fotos), erschienen 1999 im Wartberg-Verlag)


Die 1950-er in RS: Die Stadtkirche am Markt, nur eine Ruine

$
0
0

Die heutige 'Citykirche' am Markt in den 1950-er Jahren. Foto: Alfred Lambeck.Ausgebrannt und ohne ihre charakteristische Haube, umgeben von Bauruinen mit Behelfsdächern über dem Erdgeschoss – für sieben Jahre blieb die Ruine der 1726 erbauten Stadtkirche das beherrschende Bild am Remscheider Markt. Ein Bauzaun umgab die Reste. Ein Kran wurde gerade aufgerichtet, als dieses Bild entstand. Im August 1952 fielen die Baugerüste, war das Gotteshaus in alter Schönheit wiedererstanden. (aus: „Remscheid. Bewegte Zeiten – Die 50er Jahre“, von Alfred Lambeck (Text und Fotos), erschienen 1999 im Wartberg-Verlag)

Wochenrückblick vom 16. bis 22. Juli 2018

$
0
0

Die 1950-er in RS: Fernsehen vor dem Schaufenster

$
0
0

Es ist kühl an diesem Nachmittag des 3. Juni 1953. Es regnet. Aber die Menschen harren aus vor einem Lenneper Schaufenster dicht beim Kreis­haus. Radio Steinrücke sorgt für die Sensation: Seit dem 25. Dezember 1952 gibt es in Deutschland Fernsehen - schwarz-weiß, versteht sich. Und an diesem Tag erleben die Zuschauer die Krönung der britischen Kö­nigin Elisabeth II. Die Faszination ist größer als der Geldbeutel. Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis die Flimmerkiste in jedem Haushalt selbstverständlich ist. Aber sie markiert ein neues Medienzeitalter. (aus: „Remscheid. Bewegte Zeiten – Die 50er Jahre“, von Alfred Lambeck,Text und Fotos, erschienen 1999 im Wartberg-Verlag)

Gedenken zum 75. Jahrestag des Luftangriffs

$
0
0

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Alle Remscheiderinnen und Remscheider sind herzlich dazu eingeladen, der Opfer des Luftangriffs auf Remscheid am Montag, 30. Juli, um 18 Uhr im Ehrenhain Reinshagen gemeinsam mit Bürgermeister David Schichel in Stille zu gedenken. Am 30. Juli 1943 wurde um 23.30 Uhr der Luftalarm für das Remscheider Stadtgebiet gegeben. Nach der Bombardierung unserer Bergischen Nachbarstädte in den Wochen und Monaten zuvor sollte nun auch Remscheid das Ziel der Bomberbände werden. Am frühen 31. Juli 1943 erreichten die Flugzeuge unsere Stadt. In knapp drei Stunden zerstörten 295 Tonnen Sprengbomben und 483 Tonnen Brandbomben das, was zuvor von Generationen erschaffen worden war. Der von deutschem Boden durch das NS-Regime entfesselte Weltkrieg erreichte auch unsere Stadt.

1.063 Menschen verloren in dieser Nacht ihr Leben. Zahllose Verletzte waren zu beklagen. Zahllose Bürger verloren ihr Obdach, Hab und Gut. Als die Morgendämmerung anbrach, offenbarte sich ein Bild der Zerstörung, des Schreckens und des Grauens, das sich über die Remscheider Innenstadt gelegt hatte.

Über sieben Jahrzehnte sind seitdem vergangen. Frieden, Freundschaft und Freiheit sind heute scheinbar selbstverständlich. Aber die Erinnerung an die Nacht des 30. auf den 31. Juli 1943 hilft zu begreifen, dass scheinbar Selbstverständliches vergehen kann, wenn es nicht immer wieder bewusst bewahrt und erneuert wird. Die Opfer – unter ihnen Bürgerinnen und Bürger, verschleppte Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene – mahnen uns, für Frieden, für Toleranz und für Verständigung einzutreten.

Die 1950-er in RS: Der Neubau eines Hallenbades

$
0
0

Die Städtische Badeanstalt an der Freiheitstraße war beim Luftangriff 1943 mit geringeren Schäden davongekommen. 1955 wurde sie sehr weitgehend umgebaut. Links im Bild das Stahlbetonskelett der künftigen Schwimmhalle. Beim Umbau, der einem Neubau nahe­kam, blieb nur der vordere Gebäudeteil stehen, das eigentliche Hallenbad ent­stand neu, schöner und funktionsgerech­ter. Durch eine neue, große Glaswand fällt das volle Tageslicht ins Bad.  (nach: „Remscheid. Bewegte Zeiten – Die 50er Jahre“, von Alfred Lambeck,Text und Fotos, erschienen 1999 im Wartberg-Verlag)Merke: Die Fotos hätten genau so gut beim späteren endgültigen Abriss des Hallenbades entstanden sein können.  Längst steht auf dem Gelände der „Remscheider Badeanstalt“, für das die Stadtwerke Remscheid Ende 2007 einen Käufer fanden, der Landmarkt „Naturgut“. 

Viewing all 2539 articles
Browse latest View live